Benutzer Anmeldung
News
Was 1835 in Thun als Hufschmiede und Schlosserei begann, entwickelte sich in Uetendorf als Immer AG...
In einem Jahr wird das neue Thuner Fussballstadion eröffnet. Der künftige Boss Alain Kappeler...
Mit der Überbauungsordnung "Pestalozzistrasse 4 - 10" legt die Stadt Thun eine weitere...
Thun: Ernst Keller AG feiert 100. Geburtstag
Die Ernst Keller AG Thun feierte ihr 100-Jahr-Jubiläum. Was mit einer einfachen Schmiede begann, ist heute ein Betrieb für komplexe Fahrzeugbauten geworden. Nun übergibt der Inhaber seine Firma an Mitarbeiter Martin Feuz.
Wem auf der Strasse ein Lastwagen begegnet, der eventuell sogar noch einen Hebekran integriert hat, sieht vielleicht eine Konstruktion der Thuner Firma Ernst Keller AG. Das Unternehmen hat sich im Laufe der letzten 100 Jahre auf Konstruktionen für den Fahrzeugbau spezialisiert. Produziert wird sowohl für den Privat- als auch für Kunden aus dem sogenannten Kommunal- und Werkverkehr. Ernst Keller führt momentan den Betrieb in der dritten Generation. «Wir fühlten uns immer als Handwerker und Gewerbler. Das unternehmerische Denken und Handeln, die Entwicklung zum Industriellen waren nie Ziele. Das Hauptgewicht lag immer darin, unserem Kunden auf ihn zugeschnittene Lösungen anzubieten», schreibt der 66-Jährige in seiner Jubiläumsschrift. «Eigentlich war es nach der Lehre mein Wunsch, Architekt zu werden. Doch ein Machtwort meines Vater genügte damals, dass ich in den Betrieb kam und diesen nun schon seit 1970 leite», sagte er weiter. Grossen Wert legt er dabei auch auf die Lehrlingsausbildung.
Der letzte Keller
Die vielen Jahre voller beruflicher Zufriedenheit genügen ihm nun. Schrittweise wird Ernst Keller seinen gut laufenden Betrieb seinem langjährigen Mitarbeiter Martin Feuz übergeben. Feuz kennt das Unternehmen bestens, der 45-Jährige ist auch schon bereits seit 23 Jahren bei der Ernst Keller AG. «Ich bin somit der letzte Keller. Denn meine Kinder haben sich entschlossen, andere Wege zu gehen. Ich bin meinem Vorsatz treu geblieben: Zwinge nie ein Kind in einen Beruf», sagt Keller zur Weiterentwicklung seines Unternehmens.
Von Kutschen zu Lastwagen
Am Anfang war die Firma ein einfacher Schmiedebetrieb. Dazu gehörte auch das Beschlagen von Hufen. Kontinuierlich kamen die ersten Spezialitäten dazu, und es entstanden im Betrieb prunkvolle Kutschen. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und dem unaufhaltsamen Siegeszug des Autos wurde auf die Produktion von Nutzfahrzeugaufbauten und Anhängern für das Gewerbe umgestellt. Grössere Fahrzeuge und die stetige Weiterentwicklung führten dazu, dass die Produktionsstätte, welche seit der Firmengründung am Speditionsweg 2 beim Kino Rex war, zu klein wurde. 1976 zog die Firma deshalb an den jetzigen Standort an der C.-F.-L.-Lohner-Strasse.
Stille Spezialisten
Die Leidenschaft für besonderen Fahrzeugbau und die Bereitschaft, auf die individuellen Kundenwünsche genau einzugehen: Von jeher war das die Art und Weise, wie in der Ernst Keller AG produziert wurde. Und das spürt man, wenn man einen Blick in die grosse Werkhalle wirft: Da sind rund 15 stille Spezialisten hochkonzentriert an der Arbeit. «Der Betrieb ist gesund, die Kunden sind zufrieden», fasst Ernst Keller zusammen. Gefeiert wurde am Freitagabend. Kein pompöses Fest, sondern ein Merci an Kunden, Lieferanten und Freunde stand auf dem Programm.
Quelle: Thuner Tagblatt vom Montag, 21. Juni 2010
